Logo
Sitemap Termine Kontakt
Vedic Chanting
  1. Die Geschichte von Vrtra
  2. Das Sanskrit-Alphabet - die Grundlage der Veden
  3. Von den ersten Worten bis heute
  4. Musik in der Indischen Tradition
  5. Die wichtigsten Regeln für das Vedic Chanting
  6. Die zwei Methoden des Vedic Chanting: Prakrti und Vrkrti.
  7. Was es beim Vedic Chanting zu beachten gibt
  8. Vedic Chanting und der Atem
  9. Das Lehren von Vedic Chanting
  10. Wer kann Vedic Chantig machen?
  11. Der Nutzen des Vedic Chanting
  12. Nada und Vedic Chanting
  13. Vedic Chanting, Patanjali und Meditation

Vedic Chanting, Patanjali und Meditation

Im ersten Kapitel (I.27) des Yogasutra empfiehlt Patanjali unter anderem die Anbindung an Isavra, um auch in schwierigen Situationen unser Grundvertrauen (Sraddha) aufrecht zu halten. Dafür empfiehlt er die ständige Anrufung und meditative Besinnung auf Isvara. Patanjali nennt das Symbol der wiederholten Anrufung ein Pranava. Das klassische pranava ist OM und da alle Mantras aus OM kommen, ist es möglich sich durch alle Mantras mit Isvara zu verbinden. Durch Abhyasa, beharrliches Üben, und Vairagya, Gleichmut, kann man diesem Ziel näher kommen.

Im dritten Kapitel des Yogasutra (III.41) wird die Beziehung zwischen Klang und Raum als Samyama (die Meditation) vorgeschlagen. Daraus wird sich ein "göttliches Hörvermögen" [SRI03, Seite 129] ergeben. Es geht um das Hören des inneren Klanges. Vedic Chanting kann zur Versenkung in den inneren Klang führen.

Wie Vedic Chanting in Verbindung mit dem achtgliedrigen Yogaweg angewandt werden kann. Um Yoga gut eingebunden in den Alltag und in einem guten Umgang mit uns selbst zu praktizieren, sollten die Yamas und Niyamas beachtet werden.

Das gewählte Mantra ist aus der Taittiria-Upanisad. In der Taittiria-Upanisad werden die fünf Verhüllungen Brahmans beschrieben. Hinter allem findet sich das Selbst, das erkannt wird, wenn man durch die Hüllen geht. Der Weg geht vom Groben zum Feinen.

Annamaya-Kosa ist die Körperempfindung. Für die Meditation muss der Körper vorbereitet sein und in der Lage sein eine längere Zeit still zu bleiben. Dafür üben wir Asana. In der Meditation soll eine bestimmte Wachsamkeit im Körper sein. Man kann sich immer wieder auf den Körper konzentrieren um wach zu bleiben und die Körperhaltung, aufgerichtete Wirbelsäule, immer wieder prüfen.

Pranamaya-Kosa ist die Atemempfindung. Der Atem soll im Fluss bleiben und ganz still sein obwohl der Körper fest gehalten wird. Diese beiden Seiten, Körper und Atem, müssen harmonieren, sonst können unangenehme Gefühle und Ängste entstehen. Wenn die Körperempfindung und der Atem gut sind, können die Gefühle kommen und werden dann nicht als unangenehm empfunden. Für einen langen feinen Atem üben wir Pranayama.

Manomaya-Kosa ist die Gedankenbeobachtung und Konzentration, Dharana: Wenn man eine Weile mit einem Mantra übt, geht der Atem in den Hintergrund und der Sinn des Mantra tritt mehr in den Vordergrund. Über den Atem kommt man zu Manomaya-Kosa und mit Hilfe des Mantras bleibt der Geist konzentriert.

Vijnanamaya-Kosa ist das gedankenfreie Beobachten, Dhyana. Das ist die Einstellung für die Meditation. Nur noch das Mantra und sein Klang ist ohne aktives Zutun da oder verschwindet ganz. Der Meditationszustand ist erreicht und muss mit nichts ausgefüllt werden. Das Mantra ist nur die Hilfe um in den Meditatioszustand zu kommen. Dazu ist Hingabe und Vertrauen nötig.

Anandamaya-Kosa ist die Aufhebung des Ichbewusstseins, Offenheit ist da. Es ist der Samadhi-Zustand, man fühlt sich angekommen. Der Wille hat keine Aufgabe mehr, wenn man in diese Stimmung hineinkommen ist.

Auf dem Weg über die fünf Hüllen mit Hilfe des Mantras kommen wir zur inneren Stille.

vorheriges Kapitel Anfang